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Muss der Leckölanschluss am Hydraulikmotor angeschlossen werden?

Hydraulikmotor Leckölanschluss richtig anschließen warum ist die Leckölleitung so wichtig?

Viele Anwender unterschätzen die Bedeutung des Leckölanschlusses am Hydraulikmotor. Ein falsch angeschlossener oder nicht verwendeter Leckölanschluss kann zu erhöhtem Gehäusedruck, Undichtigkeiten und schweren Schäden am Hydraulikmotor führen.

Erfahren Sie, welche Funktion die Leckölleitung erfüllt, welche Hydraulikmotoren einen Leckölanschluss benötigen und worauf beim fachgerechten Anschluss an den Hydrauliktank geachtet werden sollte.

Hydraulikmotoren gehören zu den wichtigsten Komponenten eines Hydrauliksystems. Sie wandeln den Druck des Hydrauliköls in eine Drehbewegung um und kommen unter anderem in der Landwirtschaft, im Bauwesen sowie in Industrieanlagen zum Einsatz. Besonders häufig werden sie in Schneckenförderern, Förderbändern, Erntemaschinen und Bodenbearbeitungsgeräten verwendet.

Hydraulikmotoren überzeugen durch ihre robuste Bauweise und ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber anspruchsvollen Einsatzbedingungen. Dennoch ist der fachgerechte Anschluss des Hydraulikmotors entscheidend. Bereits ein kleiner Montagefehler beispielsweise ein nicht angeschlossener Leckölanschluss – kann zu kostspieligen Schäden und einem vorzeitigen Ausfall des Motors führen.

In diesem Artikel erklären wir, welche Aufgabe die Leckölleitung erfüllt, warum sie so wichtig ist und welche Hydraulikmotoren zwingend einen Drainageanschluss benötigen.


Warum besitzt ein Hydraulikmotor einen Leckölanschluss?

Nahezu jeder Hydraulikmotor verfügt über drei Ölanschlüsse. Zwei davon dienen als Arbeitsanschlüsse für den Zu- und Rücklauf des Hydrauliköls. Der dritte Anschluss ist meist kleiner ausgeführt und wird werkseitig mit einem Verschlussstopfen versehen. Dabei handelt es sich um den Leckölanschluss (Drainageanschluss).

Über diesen Anschluss wird das unvermeidliche interne Lecköl direkt in den Hydrauliktank zurückgeführt. Wird die Leckölleitung nicht angeschlossen, steigt der Gehäusedruck im Hydraulikmotor kontinuierlich an. Dies kann innerhalb kurzer Zeit zu schwerwiegenden Schäden führen.


Welche Schäden entstehen ohne angeschlossene Leckölleitung?

Wird das interne Lecköl nicht ordnungsgemäß zum Tank zurückgeführt, sammelt es sich im Inneren des Hydraulikmotors an. Dadurch erhöht sich der Gehäusedruck, wodurch verschiedene Bauteile dauerhaft belastet werden.

Typische Folgen sind:

  • Ölaustritt im Bereich der Antriebswelle, beschädigte Wellendichtringe und Dichtungen
  • erhöhter Verschleiß der inneren Komponenten,
  • Überhitzung des Hydraulikmotors,
  • im schlimmsten Fall Risse im Motorgehäuse.

Sobald das Motorgehäuse beschädigt wird, ist eine Reparatur häufig wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll.


Welche Funktion hat die Leckölleitung?

Die Leckölleitung dient dazu, internes Lecköl mit sehr geringem Druck direkt zum Hydrauliköltank abzuleiten. Dadurch wird verhindert, dass sich im Motorgehäuse ein schädlicher Druck aufbaut.

Interne Leckage ist kein Fehler, sondern ein konstruktionsbedingter Bestandteil jedes Hydraulikmotors. Das austretende Hydrauliköl übernimmt gleichzeitig wichtige Aufgaben:

  • Schmierung der beweglichen Bauteile,
  • Kühlung der inneren Komponenten,
  • Reduzierung des Gehäusedrucks,
  • Verlängerung der Lebensdauer des Hydraulikmotors.

Ein korrekt angeschlossener Leckölanschluss erhöht somit die Betriebssicherheit und reduziert das Risiko teurer Ausfälle erheblich.


Welche Hydraulikmotoren benötigen einen Leckölanschluss?

Orbitmotoren (Gerotormotoren):

Bei Orbitmotoren wie BMR, BMM, BMV, OMT oder SMS ist ein Leckölanschluss häufig vorhanden. Viele dieser Hydraulikmotoren funktionieren zwar kurzfristig auch ohne angeschlossene Leckölleitung, langfristig verkürzt dies jedoch ihre Lebensdauer erheblich.

Aus diesem Grund empfehlen wir grundsätzlich, den Drainageanschluss gemäß den Herstellervorgaben anzuschließen.

Axialkolben- und Kolbenmotoren:

Bei Kolbenmotoren ist der Anschluss der Leckölleitung zwingend erforderlich. Aufgrund der höheren Betriebsdrücke und größeren Ölvolumenströme fällt auch die interne Leckölmenge deutlich höher aus als bei Gerotormotoren.

Wird der Leckölanschluss nicht angeschlossen, kann bereits nach kurzer Betriebszeit ein schwerer Motorschaden entstehen. In solchen Fällen lehnen viele Hersteller Garantie- und Gewährleistungsansprüche ab.


Worauf sollte beim Anschluss der Leckölleitung geachtet werden?

Damit die Leckölleitung ihre Aufgabe zuverlässig erfüllen kann, sollten einige wichtige Punkte beachtet werden.

  • Freien Ölfluss sicherstellen - Zwischen Leckölanschluss und Hydrauliktank darf der Ölfluss nicht unnötig eingeschränkt werden. Jeder zusätzliche Strömungswiderstand erhöht den Gehäusedruck und kann die Lebensdauer des Hydraulikmotors deutlich verkürzen. Soll ein Hydraulikfilter in der Rücklaufleitung installiert werden, sollte ein Modell mit möglichst geringem Druckverlust gewählt werden.
  • Leckölleitungen nicht zusammenführen - Werden mehrere Hydraulikmotoren eingesetzt, sollten deren Leckölleitungen möglichst nicht zu einer gemeinsamen Leitung zusammengeführt werden. Jeder Hydraulikmotor sollte sein Lecköl möglichst frei und ohne Gegendruck zum Tank ableiten können.
  • Leckölleitung regelmäßig kontrollieren - Bei Wartungsarbeiten sollte die Leckölleitung stets auf Beschädigungen, Knicke oder Verstopfungen überprüft werden. Bereits geringe Einschränkungen können den Gehäusedruck erhöhen und langfristig zu kostspieligen Defekten führen.
  • Oberen Leckölanschluss verwenden - Besitzt der Hydraulikmotor mehrere Leckölanschlüsse, sollte nach Möglichkeit der oberste Anschluss genutzt werden. Dadurch kann eingeschlossene Luft leichter entweichen. Gleichzeitig wird das Risiko von Kavitation reduziert und eine gleichmäßige Schmierung der inneren Bauteile sichergestellt.

Fazit

Wer den Leckölanschluss fachgerecht anschließt und für einen drucklosen Rücklauf zum Hydrauliktank sorgt, erhöht die Lebensdauer des Hydraulikmotors erheblich. Gleichzeitig werden Wellendichtringe, Lager und das Motorgehäuse zuverlässig vor übermäßigem Gehäusedruck geschützt. Besonders bei Kolbenmotoren ist eine korrekt verlegte Leckölleitung unverzichtbar, um kostspielige Schäden und ungeplante Ausfallzeiten zu vermeiden.

Falls Sie einen Hydraulikmotor austauschen oder eine neue Hydraulikanlage aufbauen, sollten alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sein. In unserem Onlineshop finden Sie nicht nur Hydraulikmotoren, sondern auch passende Hydraulikschläuche, Hydraulikverschraubungen, Leckölanschlüsse und weiteres Zubehör für den professionellen Aufbau und die sichere Inbetriebnahme Ihres Hydrauliksystems.

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